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Dmitri Steiz - Brandenburg - Moderator

„Wenn Italien gewinnt, esse ich vier Jahre keine Pizza“, wettete Kamil Jatta mit seinem Freund Christian Heise bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Die Pasta-Nation gewann und die Pizza-Wette trat in Kraft. „Und ich habe es knallhart durchgezogen“, erzählt der 29 Jahre alte Mediziner aus Berlin. Erst 2010 aß Jatta im WM-Hauptquartier der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ in Brandenburg an der Havel seine erste Pizza nach vier Jahren. 2012 sind die beiden Spaßvögel wieder im Hauptquartier. Wieder zum Klassiker Deutschland gegen die Südländer. Wieder wetten sie…


Kamil Jatta ist einer der Besucher im MAZ-EM-Hauptquartier, die ich als Moderator kennen lernen durfte. Insgesamt hatten wir tausende Gäste. Rund hundert von ihnen hatten ihre ganz persönliche Story, die sie mit uns teilten. Die eine ist witzig, die andere putzig, die dritte ist brenzlig und die vierte einfach anders. Eine Auswahl dieser Geschichten präsentiere ich nun im Folgenden. Viel Vergnügen! (Dmitri Steiz)

Dmitri Steiz als Moderator

MAZ-EM-Hauptquartier


Den Spruch des Tages lieferte Marvin Werbel im Anschluss an die Partie Deutschland versus Portugal: „Das Spiel hat mich 40 Jahre meines Lebens gekostet“, sagte der erst elf Jahre junge Brandenburger zum Nervenkitzel von Samstagabend; und er fügte hinzu: „Papa, jetzt bin ich älter als du!“ Aufatmen konnten Vater und Sohn sowie weitere 300 Fußball-Fans im EM-Hauptquartier der Wobra und MAZ, als feststand, dass die deutsche Nationalelf ihr erstes Spiel der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft erfolgreich meisterte.


Brandenburg - EM-Hauptquartier


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Die Stimme des Spiels hatte Marcus Schüler. Pausenlos hat der 25-jährige Havelstädter vor dem deutschspanischen Fußball-Duell, währenddessen und auch danach, gebrüllt, geträllert und gesungen, um das deutsche Team in der Ukraine und seine Dutzend Mann starke Truppe im MAZ-Hauptquartier zu unterstützen. „Fußball ist alles“, philosophierte der Versicherungsmakler und leidenschaftliche Stadiongänger Schulz im Anschluss an die Partie. Er schonte auch dabei seine Kehle nicht und versprach: „Am Mittwoch geht es weiter!“ Dann spielen Schweinsteiger und Co. gegen Holland.


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Den Preis der Partie räumte am Samstagabend Sandra Weigt ab. Die 22-jährige Wirtschaftsstudentin gewann im EM-Hauptquartier den Original-Fußball – den gleichen Ball, wie er auf dem Fußballrasen in Polen und der Ukraine dieser Tage rollt. Die MAZ veranstaltete zusammen mit der Wobra in der Verschnaufpause zwischen den beiden Halbzeitpausen ein Quiz: Wer eine Frage zur EM-Geschichte beantwortet, bekommt ein Präsent. Sandra Weigt überraschte damit, dass sie als einzige in ihrer Runde wusste, wer beim Finale 1996 das Golden Goal schoss: Oliver Bierhoff. Dass Weigt die richtige Antwort wusste, war jedoch kein Zufall. Die Studentin aus Brandenburg ist „ein ganz großer Fußball-Fan“ und kickte auch mal selbst. In den USA – wo sie 2009 und 2010 für 13Monate als Aupair arbeitete – spielte die junge Frau „Indoor Soccer“ – Hallenfußball. Zurück in Deutschland fiebert sie eifrig für die Schützlinge um Jogi Löw und meint: „So langsam haben sie es verdient, den EM-Titel zu gewinnen.“


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Den richtigen Riecher bewies beim Public Viewing im Hauptquartier außerdem René Schulz. Der 39 Jahre alte Maschinist aus der Havelstadt gab am Samstag den Tipp des Tages ab, in dem er mit seinen Kumpels wettete, dass Deutschland über das portugiesische Team mit 1:0 siegen würde. Er sollte Recht behalten: Deutschland gewann das Spiel und Schulz 15 Euro. Von dem Geld hat er allerdings nicht viel gehabt, erzählt der Brandenburger: „Ich gab ’ne Runde Schnaps aus und die Kohle war pfutsch.“ Prost! Für den weiteren Verlauf der EM prophezeite René Schulz der deutschen Mannschaft hervorragende Karten. Sein Statement: „Finale und Sieg!“


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Passion für Public Viewing hat auch Christin Mahlow. Sie ist im neunten Monat schwanger und schaute sich trotzdem am Wochenende alle Fußballspiele im MAZ-EM-Hauptquartier an. „Ich hoffe, ich kann noch alle Spiele sehen, bevor die Wehen einsetzen“, sagte die 22-jährige Brandenburgerin am Freitagabend beim Spiel Polen gegen Griechenland. Bisher sieht es ganz danach aus: „Ich fühle mich sehr gut, und freue mich auf die EM!“, so Christin Mahlow. Zumal ihr Weggefährte Daniel Wolf sie zu pflegen weiß. Dank ihm muss die junge Frau auf nichts verzichten. Ob Eis holen oder Bauch streicheln und zärtlich schmusen – der Freund lässt trotz höchster Fußballspannung keine Wünsche offen. So können sich die beiden Turteltäubchen voll und ganz auf sich selbst und auf das Fußballgucken im MAZ-Hauptquartier konzentrieren. Optimistisch sind sie allemal: „Finale – das wäre super!“



Dmitri Steiz, MAZ-EM-Hauptquartier, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadtkurier, 11. Juni 2012, S. 12.



... Die Fortsetzung folgt in Kürze!

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