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steiz.eu - Dmitri Steiz aus Brandenburg - Journalist

Die Welle und der Flug

WASSERSPORT   Mehr als 2000 Menschen sehen am Beetzsee Deutschlands beste Wakeboarder

Sprünge, Saltos, Stürze und jede Menge Spaß gab es bei der deutschen Meisterschaft im Wakeboarden am Wochenende an der Regattastrecke Beetzsee.

30 Wasserakrobaten flogen und fielen am Wochenende an der Regattastrecke um den Titel „Deutscher Meister 2011“ im Wakeboarding. Ihre bis zu fünf Meter hohen, mit Saltos und Rotationen gespickten Sprünge lockten mehr als 2000 Zuschauer an.

Der erste Sprung gibt immer „ein Glücksgefühl, einen Adrenalinschub“, sagt der Favorit Conni Schrader. Der Hamburger (28) entdeckte das Gleiten auf der Heckwelle – daher das englische Wort „wake“ – im zarten Alter von zehn Jahren in Südfrankreich. Mittlerweile gehört der Jura-Student zu den besten Wakeboardern Europas.

Schrader variiert Saltos und kombiniert sie mit Drehungen. An der Regattastrecke macht der Hamburger ein Vorwärtssalto mit einer 360 Grad Drehung und zeigt, was in ihm steckt. Das „Fliegen über dem Wasser“ sei das Beste, sagt Conni Schrader, während er sich kurz nach dem Rennen die Wassertropfen von der Stirn wischt.

Die jüngste Fahrerin Nevena Schöneberg ist gerade neun Jahre. Ihr erstes Rennen am Beetzsee verläuft „wackelig, aber schön“, findet die junge Berlinerin selbst. Ein Trick, bei dem Nevena mit einer Hand das Wasser streift, bringt ihr außerdem einige Pünktchen.

Ihr Vater Konstantin Kouumdjiev (40) steht während dessen gespannt am Steg. „Ich habe schon einen Klumpen in meinem Hals, wenn ich das Kind so nah am Monsterboot sehe“, verrät der gebürtige Bulgare. Zugleich sei das Surfen mit der Tochter „jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmt der Grafikdesigner und leidenschaftlicher Windsegler.

Tatsächlich ist der Wassersport nicht ungefährlich. „Es gibt immer wieder Rippenbrüche“, weiß Philipp Schramm, der an der Meisterschaft teilnimmt. Der 19-jährige Frankfurter ist im vergangenen Jahr zum deutschen Meister der Junioren gekürt worden.

Als „ein Himmelfahrtskommando“ bezeichnet der Veranstalter Martin Dobbeck (46) die Organisation der Meisterschaft. „Tausende E-Mails“ und Telefonate waren nötig, um die Veranstaltung, die in der Vergangenheit in Köln stattfand, am Beetzsee auf die Beine zu stellen, und zwar innerhalb von nur drei Monaten. Bei den Wettkämpfen ist von der Hektik nichts mehr zu spüren, Dobbeck tummelt sich nahe der Zuschauertribüne erfreut und entspannt herum.

Seine Gäste genießen die spannende Show und die lockere Atmosphäre. Lisa Baier (26) nutzt die Pause zwischen den Rennen, um mit ihrem Sohn Tim Jonas (1) zu tanzen und zu spielen. Und die Wasserakrobaten? „Interessant. Wie sie es schaffen, ihren Körper dermaßen zu kontrollieren, dazu die Saltos und die Dreher, das ist schon Kunst“, findet die Havelstädterin.
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Dmitri Steiz, Die Welle und der Flug. Mehr als 2000 Menschen sehen am Beetzsee Deutschlands beste Wakeboarder, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadtkurier, 15. August 2011, S. 14.

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