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steiz.eu - Dmitri Steiz aus Brandenburg - Journalist

Nicht nur stark, auch schlau

WETTKAMPF   Fünfte ''Kraftgeistiade'' im KiJu

Sie mussten Autos ziehen und Holzklötze stemmen: Sieben junge Athleten, die nun im Kinder- und Jugendfreizeitklub ''KiJu'' an der ''Kraftgeistiade'' teilnahmen. Ihre Aufgaben meisterten die Jugendlichen mit Mut und Humor. Gewinnen konnte allerdings, wer nicht nur stark, sondern auch schlau ist.

Die erste Herausforderung: auf einer Schrägbank liegend den Oberkörper in der Luft halten. „Na los, ich fange an“, sagt Tino Wichterei und legt sich auf die Bank. Nach einer Minute fängt sein Körper an zu zittern, der Kopf des 21-Jährigen läuft rot an. Das Atmen fällt ihm schwer, bemerkt Wichterei. Dann siegt die Gravitation. „Ist schon Mist, wenn man so intelligent ist, dass der schwere Kopf den Körper nach unten zieht“, erklärt sein Sportkollege Maik Bartelt (27) schmunzelnd.

Die nächste Aufgabe der Athleten sind ein Dutzend Wissensfragen. „Welche Temperatur herrscht in 400 Kilometern Höhe?“, fragt Thomas Goldschmidt. Die Sportler grübeln. Die Antwort – 1000 Grad Celsius und mehr – verrät der 43-jährige Leiter des Sportbereichs erst am Ende des Wettbewerbs.

Gefragt sind Kraft und Geist – daher der Titel – die „Kraftgeistiade“, die Goldschmidt vor fünf Jahren ins Leben rief und seitdem einmal im Jahr organisiert und durchführt.

Der Höhepunkt des Wettkampfs verlangt den Sportlern ihre letzten Kraftreserven ab: Holzklötze stemmen und Wagen ziehen. „Da sind wir noch in zehn Jahren mit beschäftigt“, sagt Pascal Karabanowitz (19) nicht ganz ernst.

„Nach der Aufgabe bist du richtig fertig“, prophezeit Nico Schäfer vor der Übung. Doch der 28-jährige Maurer mit dem Spitznamen „Bolle“ hat Mut. Der dreifache Sieger und Titelverteidiger zieht als erster Kandidat die Arbeitshandschuhe an und schreitet voran zu den Baumklötzen. Diese reißt das Muskelpaket „Bolle“ wenige Sekunden später in die Luft und packt sie auf eine Platte. Danach rennt er zum Wagen und zieht die anderthalb Tonnen Gewicht 60 Meter weit. Seine Gegner tun es ihm gleich.

Das Publikum fühlt mit. „Bolle hat uns ein wenig leid getan“, sagt Corinna Glatzer (45) im Anschluss. Die KiJu-Mitarbeiterin lobt zugleich den Willen der Teilnehmer: „Man hat gesehen, dass jeder gekämpft hat.“ „Gegen andere und mit sich selbst“, fügt die KiJu-Besucherin Christine Zademack (23) hinzu.

Für eine Lachattacke sorgt ferner die Aufgabe: „Wer hat das gesagt?“ Wem gehört etwa der Satz: „Der Rizitelli und ich sind schon ein tolles Trio, ...äh Quartett.“ Die Antwort: Jürgen Klinsmann. Guido Fuchs (28) weiß das. Ein Punkt für ihn. Er gewinnt die „Kraftgeistiade“.



Dmitri Steiz, Nicht nur stark, auch schlau. Fünfte „Kraftgeistiade“ im KiJu, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadtkurier, 30. August 2011, S. 15.

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