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steiz.eu - Dmitri Steiz aus Brandenburg - Journalist

Nicht angekommen

HANDEL   Frauenfußball-WM: Verkauf der Fan-Artikel lief schlecht

Morgen bestreiten Japan und die USA das große Finale der Fußballweltmeisterschaft der Frauen. Wie die deutsche Nationalmannschaft, verfehlten ihr Ziel auch die Hersteller von Fan-Artikeln. Das Geschäft mit den Fahnen, Schals und Trikots in Schwarz-Rot-Gold lief zur WM-Zeit in der Havelstadt schlecht, sagen die Verkäufer.

„Keinen einzigen WM-Ball verkauft“, haben die Mitarbeiter von „Intersport“ in der Hauptstraße, bedauert Ingo Haagen. „Dem Frauenfußball fehlt immer noch die Anerkennung.“ Für viele Menschen bleibe das beliebte Spiel mit dem Lederball ein Männersport, meint er.

Verglichen mit der Fußball-WM von Klose & Co. sei das Geschäft mit den Frauentrikots ein Flop geworden. „Bei der Männer-WM mussten wir fünfmal nachbestellen“, erinnert sich Ingo Haagen. Ganz anders die vergangenen drei Wochen: „Wir hätten nach Japan fahren sollen, um etwas zu verkaufen“, sagt der Intersportler mit einem Augenzwinkern.

Helga Poeche, die Leiterin der Filiale „Taschenparadies“ in der Sankt-Annen-Galerie, bestätigt, dass die Euphorie um den weltmeisterlichen Fußball im Laden nicht angekommen ist.

Das Aus für das deutsche Team habe dem Geschäft den Dolchstoß versetzt, gibt Poeche zu. Nach dem Ende des „sehr wenige“ Artikel aus dem WM-Regal verkauft.

Die Verkaufsmaschinerie ist gar nicht angelaufen, meint Haagen: „Das Geschäft verlief vom ersten bis zum letzten Tag schleppend.“

Sein Kollege André Rasch, der die „Intersport“-Filiale im Einkaufszentrum Wust vertritt, habe deshalb „das Risiko minimal“ gehalten und gar nicht erst viel bestellt. „Die Anfrage war von vornherein niedrig“, so Rasch. Das fehlende Interesse begründe die schlappen Verkaufszahlen.

Ingo Haagen und André Rasch glauben, dass es noch viele Jahre dauert, bis der Frauenfußball zu einem Verkaufs-Renner wird.



Dmitri Steiz, Nicht angekommen. Frauenfußball-WM: Verkauf der Fan-Artikel lief schlecht, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadtkurier, 16./17. Juli 2011, S. 14.

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