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steiz.eu - Dmitri Steiz aus Brandenburg - Journalist

„Das ist kein Ballett“

AMERICAN FOOTBALL   Neugierde und Nervosität bestimmen das erste Ligaspiel der FA-Jets

Neugierige Zuschauer, nervöse Spieler und ein überaus optimistischer Head-Coach prägten das erste Pflichtspiel der FA-Jets am Sonnabend in Brandenburg.

„Das war stark“, lautete das Urteil des Gründers, Vorsitzenden und Head-Coach der FA-Jets Marvin David Strode im Anschluss an das Landesliga-Spiel, das sein Team allerdings desaströs mit 0:78 verlor. Abgesehen von dem Ergebnis, das die Brandenburger Spieler und Zuschauer einfach einmal ignorierten, erlebten mehr als 100 Menschen am Wiesenweg ein sehenswertes Spiel der FA-Jets gegen Erkner Razorbacks.

Erstmals fand in der Havelstadt ein American-Football-Pflichtspiel statt. Die Football Akademie Europa – FA-Jets –, mit Spielern aus Teltow und Brandenburg, empfing ihre Kontrahenten aus Erkner. Neugierige Blicke der Zuschauer und blanke Nervosität der FA-Jets war zu erkennen.

„Kennt sich jemand aus?“, war am Rande des Spielfeldes die wohl am häufigsten gestellte Frage. Viele Zuschauer sahen zum ersten Mal ein American-Football-Spiel live. So auch Ralf Winning. Sein erster Eindruck: „Ich find’s interessant“. „Leider kenne ich nicht die Regeln“, verriet seine Frau Hannelore. Tatsächlich ist American Football in Brandenburg nur begrenzt verbreitet. „Schade, dass dieser Sport in unserer Region unbekannt ist“, bedauerte Birgit Sommerfeld. „Das ist eine tolle Sportart“, fügte die Mutter des FA-Jets-Spielers Pascal Ulber hinzu.

Bei den – zugegeben: seltenen – aussichtsvollen Aktionen applaudierten die Fans der FA-Jets geradezu euphorisch. Sie standen hinter ihrer Mannschaft. „Los, zieh durch!“ und „Komm, hol ihn dir!“, riefen die Brandenburger lauthals. Ebenso kraftvoll strapazierte seine Stimmbänder Mario Schumacher. Der Co-Trainer motivierte die FA-Jets-Spieler bis zum Schluss.

Gleichwohl gab es nicht nur Lobeshymnen auf den American Football. „Ich finde das Spiel rau“ – so formulierte Renate Krüger die Problematik, mit der die nicht ungefährliche Sportart aus den USA hierzulande zu kämpfen hat. Bei dem Duell der FA-Jets gegen Erkner gab es drei Verletzte. Steffen Döbbel, Leiter und Spieler der Brandenburger Fraktion erklärt: „Klar, das ist kein Ballett. Aber dafür, dass es Vollkontakt-Sport ist, sind die meisten Verletzungen nicht schlimm.“

Das größte Problem der FAJets war an dem sonnigen Nachmittag, an dem das Team jedoch „keine Sonne gesehen“ hat, die übermächtige Nervosität der Spieler. Darin waren sich Strode, Döbbel und Schumacher einig.

Vor dem Spiel wussten die FA-Jets nicht, wo sie stehen. Jetzt wissen sie es. Luft nach oben ist jedenfalls noch da. Und die Teamleiter bleiben optimistisch: „Wir wollen die Sportart in Brandenburg ganz groß machen“, sagt Döbbel.



Dmitri Steiz, „Das ist kein Ballett“. Neugierde und Nervosität bestimmen das erste Ligaspiel der FA-Jets, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadt- und Landkurier / Lokalsport, 13. April 2011, S. 19.

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