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steiz.eu - Dmitri Steiz aus Brandenburg - Journalist

Das Schulende fühlt sich unwirklich an

ABITUR   In Schale geworfen feierten die 200 Brandenburger Abiturienten am Wochenende ihre rauschenden Abinächte

Mehr als 1200 Gäste feierten am Freitag und Sonnabend die Abibälle 2011. Rund 200 Abiturienten waren wild entschlossen, die Schulzeit mit einem rauschenden Fest zu beenden.

Schöne Kleider, fröhliche Klänge und bunte Cocktails gab es auf den vier Abitur-Bällen dieses Jahres. Das Bertolt-Brecht-Gymnasium, das Von-Saldern-Gymnasium und zweimal das Oberstufenzentrum „Alfred-Flakowski“ feierten ihre Abiturienten mit großartigen Festen.

Die ersten Sektflaschen öffnet das Oberstufenzentrum „Alfred Flakwowski“: 34 Abiturienten und 160 ihrer Liebsten feiern am Freitagabend im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses in entspannter Atmosphäre den krönenden Schulabschluss.

Nachdem die Abiturienten ihre Zeugnisse in Empfang genommen haben, schwindet jegliche Nervosität dahin. Es bleibt (Aus-)Gelassenheit – mit viel Musik und reichlich Essen und Trinken. „Jetzt können wir die Früchte unserer Arbeit ernten“, jubelt die Abiturientin Lisa Becker (21).

Am gleichen Abend feiert das Bertolt-Brecht-Gymnasium ihre klügsten Schüler und eine große Party: 594 Gäste, davon 95 Abiturienten, versammeln sich im Stahlpalast zu ihrem Abiball 2011. Nicht umsonst: Sie erleben einen herzlichen und vor allem amüsanten Abend.

Denn die Gymnasiasten organisieren ihr Programm in Form einer Preisverleihung mit speziellen Nominierungen: So wird der „Tollpatsch des Jahrgangs“ ausgezeichnet – den nicht ganz ernst gemeinten Preis darf Julian Keidel mit nach Hause nehmen. Ein Film zeigt ihn, wie er sich an Sportgeräten offenbar in voller Absicht zum Affen macht. Im Anschluss sieht das Publikum ein Männerballett – zur Musik von Europe, Michael Jackson und Pussycat Dolls. „Ein gelungener Abend“, versichert Abiturientin Josephin Kisslinger (19) am Ende.

Ein lebhaftes Fest feiern auch die Von-Saldern-Gymnasiasten. Rund 100 Abiturienten treffen sich mit mehr als 500 Gästen zum Abiball am Sonnabend im Stahlpalast. Der Abend wird zum Fest für Tänzer. Ob zum rockigen „Simply the best“ von Tina Turner zu Anfang der Show oder zum klassischen Walzer – die Abiturienten und ihre Freunde zeigen, was an Elan und Eleganz in ihnen steckt.

Zudem überraschen die Abiturienten des Von-Saldern mit ihrer Kreativität bei der Wahl der Geschenke: Nach dem „Fegefeuer der Tratscherei“ in den vergangenen drei Jahren, von dem Elisabeth Seidel (18) spricht, schenkt der Biologie-Kurs seiner Lehrerin eine Minute der Stille.

Zugleich sei dies ein emotionaler Abend, sagt Elisabeth Seidel später mit etwas Melancholie in der Stimme: „Es fühlt sich so unwirklich an, dass wir am Ende unserer schulischen Karriere stehen.“

Ihr Abitur geschafft und gefeiert haben auch die Schüler des zweiten Bildungsweges. Sieben Schüler bekamen ihre Abi-Zeugnisse am Samstagabend im Klubhaus Philipp. Die Abendschüler vergaben wiederum – mit Sinn für Humor – Zeugnisse an ihre Lehrer. Mit rückblickenden Kommentaren wie: „Die Veranstaltung war schlecht besucht, trotz Vollzähligkeit“, brachten sie ihre 45 Gäste zum Lachen.


„Dieser Tag bedeutet für mich sehr viel, es ist ein Traum, der sich erfüllt hat“,
beschreibt es Amenda Trautmann (24).




Die Abibälle haben viele schöne Seiten... und Kleider

Lisa Schmidt (21): „Jedes Mädchen freut sich auf so ein großes Ereignis. Ich habe mich einen guten Monat auf den Abiball vorbereitet: Ein schönes Kleid finden, die Schuhe dazu, den Schmuck, die Fingernägel. Das hat mich 400 Euro gekostet.“

Philipp Scharner (19): „Der Abiball ist für mich etwas Besonderes: Wir kommen zum letzten alle zusammen. Ich habe mich aber nicht lange vorbereitet. Zumindest äußerlich. Der Anzug: eine Fahrt nach Potsdam. Duschen, anziehen, das war’s.“

Stephanie Köchel (19): „Der Abi-Tag krönt 13 Jahre Schule. Da schaut man, wer was anhat. Ich habe mein Kleid schnell gefunden. Im Vergleich zu 300 Stunden für die Abi-Zeitung war das ein Klacks. Den Schmuck schenkte mir meine Uroma.“



Dmitri Steiz, Das Schulende fühlt sich unwirklich an. In Schale geworfen feierten die 200 Brandenburger Abiturienten am Wochenende ihre rauschenden Abinächte, in: Märkische Allgemeine. Zeitung für das Land Brandenburg, Brandenburger Stadtkurier, 27. Juni 2011, S. 17.

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